Liebeslyrik

  Inhalt:
  1. Dank den Eltern
  2. Lady First
  3. Du bist mein
  4. Endlich
  5. Mitternächtliche Gedanken
  6. Nun bist du da
  7. Und in der Nacht schweigt nur der Mond
  8. Ruf mich an
  9. Blumen und Kerzen
  10. Lyrische Diana
  11. Am Ende des Tunnels ?
  12. Hast du gut geschlafen ?
  13. Was zurückblieb
  14. Picknick
  15. Wenn es in den Beinen kribbelt
  16. Verwaist mein Bett
  17. Blütenblätter
  18. Wartezeit
  19. Nach Hause
  20. Finger an einer Hand
  21. Du und meine Tränen
  22. Zuviel Glück ?
  23. Flußfahrt
  24. Sonnenaufgang
  25. Frivole Weihnacht
  26. Bringt mich heimwärts
  27. Fliegende Gedanken
  28. Lust
  1.  

 

  1.  
  2.  
  3. Michaelas Wunsch
  4. Was soll werden
  5. Die Liebe weint
  6. Sonett im Park
  7. An dunkler Pforte
  8. Du und ich
  9. An Maria-Clara
  10. Auf der Bettkante
  11. Der Eremit
  12. Auf Pirsch im Jagen 6
  13. Verweilen heißt heilen
  14. Hochzeit
  15. Eifersucht
  16. Schwanzgesteuert
  17. Langwährendes Glück
  18. Geburtstagsgruß
  19. Carmens Collagen
  20. Ein Stein vom Herzen
  21. Vaters Wunsch
  22. Letzter Gruß
  23. Ohne dich
  24. Erotischer Tanz
  25. Eins sein
  26. Herz als Quartier

 

   
 

   

 

nicht jugendfrei

   
   
 
 
 
 
 

 

Dank den Eltern

Geboren in Liebe -

Erzogen in Liebe -

Leben in Liebe -

( Tod in Liebe )

Seid bedankt für das Getane
und für das noch zu Tuende!

[1978]

Lady First

Sie hat Charme und Elan
und hat's mir sehr angetan.
Sie ist schön und kann gut tanzen.
Ist in Ordnung, so im Ganzen.

Auf dem Tanzsaal sah ich sie
und war verliebt wie noch nie.
Doch von meinen heißen Küssen
wollte sie nichts, noch nichts wissen.

Ach, es wäre doch so nett,
wenn ich sie alleine hätt'.
Leider ist seit Montag Schluß,
und das alles ohne Kuß.

[1975]

Du bist mein

Du bist meine Sonne,
die mir jeden Tag erscheint
und mir viel gutes bringt.

Du bist mein Mond,
der mir auf nächtlichen Pfaden leuchtet
und mich sanft in den Schlaf wiegt.

Du bist mein Sternenzelt,
das über mir thront
und meinen Träumen Erfüllung bringt.

Du bist alles was ich hab'.
Du bist mein, und ich
bin dein.

[1979]

Endlich

In finstrer Nacht ein heller Stern,
durchdringt die Einsamkeit aus weiter Fern.

Und strahlt und leuchtet hell und klar
nun auch für uns noch manches Jahr.

Daß für uns steht ein Stamm im Wind,
die gute Zeit nun doch beginnt.

[1981]

Mitternächtliche Gedanken

Vergleichbar du,
für mich,
mit Hellas anmütigenden Göttinnen
und der Kraft
unbändigender Titanen Macht.

Verhaftet dem Schicksal
in dir und deiner Welt.
Verbunden der Liebe
zu dem Liebsten,
was für dich zählt.

Mutig kämpfend,
der Last, die du trägst,
als Tochter der Clara
die Stirn zu zeigst.

Auch bist du so
heut' allein nicht im Land,
so hast du für mich
den festesten Stand.

Und mag es auch schwer
in mir sein und neu,
so will ich mich rufen:
Auf hin zum Kampf!

daß der Weg,
heut' noch dornig und weit
einst führen uns wird;
wir brauchen die Zeit.

[1983]

Nun bist du da

Du, mein Kind -
Zukunft,du -
Freude, all -
Nun bist du da!

Hoffnung wohnt -
Güte lohnt -
Liebe thront -
Nun bist du da!

Hart erkämpft -
Schwer erbracht -
Lang ersehnt -
Nun bist du da!

Hand, die hilft -
Kraft, die gibt -
Herz, das liebt -
Nun bist du da!

Von allen Wundern der Welt ist das menschliche Leben das Wunderbarste.
Wir müssen es bewahren, beschützen und entwickeln!

[1985]

In der Stille der Nacht schweigt nur der Mond

Träume fliegen
zu dir, zu mir, zu uns
Nebel kreisen
Teufel hellen durch den Raum
Schatten überall
wohin du nur siehst
Blut und Vergessen.
Grauen dich umhüllt
und in der Stille der Nacht schweigt nur der Mond

Ängst packen dich
leere Straßen schreien auf
Neonlicht dich schon verhüllt
such dich ganz frei.
Zivilisation der letzten Welt
jagen und hinaus
Gräber fangen uns
im Leben und im Tod
und in der Stille der Nacht schweigt nur der Mond.

Napalm, Kobalt und
Kohlendioxid
Schwefelsäure
Herzversagen en gros
Flucht von der Wiege
in den Sarg.
Renne, eile!
Kommst sonst noch zu spät
und in der Stille der Nacht schweigt nur der Mond.

[1987]

Ruf mich an

Wenn der Tag verrinnt
und die Nacht beginnt,
der Mond und die Sterne
bei dir sind,
dann ruf, ruf mich an!

Wenn nach Tages Müh'n
wir nach Hause zieh'n,
zu Papier hin und zu
Tinte flieh'n,
dann ruf, ruf mich an!

Wenn im Bildschirmlicht
sich die Sehnsucht bricht,
werden Worte Sätze,
zum Gedicht.
Dann ruf, ruf mich an!

Ein noch fernes Land
blüht in deiner Hand.
Sternenglanz suchend, ich
zu dir fand.
Dann ruf, ruf ich dich an!

[1999]

Blumen und Kerzen

O, Kerzen ihr,
wie kalt ist euer Feuer,
vergleichbar nicht
mit meiner Liebe Glut.
Zwar müht ihr euch
durch Dunkelheit zu dringen
gleichwohl der Liebe Band
bedarf nicht euer Blut.

Verzagt, ihr Blumen,
laßt den Duft verrinnen,
die Pracht gilt ganz allein
dem Bienenvolk.
Denn meine Lieb
ist tausendfach noch schöner
und köstlicher der Anblick
meiner einzig Hold'.

[1999]

Lyrische Diana

Du Königin der Jagd
nach schöner Worte
weiblicher Eleganz.
Dem Bächlein frischem Wasser
gleich, das Dürstendem
Erfrischung bringt,
so er sich nur bemüht,
nach Deinem Trunk
zu bücken sich.

[1999]

Am Ende des Tunnels ?

Nach kurzer Dämmerung
das Dunkel kam und mich erfaßte
tiefes Schweigen, Melancholie
jahrein, jahraus im eignem Raum
und Zeit ein Leben lang zerfloß.

Ist's wahr? Kommt da ein Licht?
Gar ist es nur ein Schatten,
ein Echo längst vergess'ner Zeit?

Doch Schritt für Schritt
keimt zaghaft junges Grün
nicht faßbar, dennoch schön und
wahrlich aus der Dunkelheit und
aus der Düsternis verflogener Gefühle
tritt engelsgleich ein Bild hervor
aus nahem Zweig.

Ein Bild, so lieblich zart
und doch so stark, mich aus der
zukunftslosen Straße zu befreien.

Und darf ich es auch nicht berühren,
um nicht zu sterben wie der Motte Leib
am Kerzenbrand, so labt mein Herz
sich doch an seinem Schein,
labt sich an ihrer Hand.

[1999]

Hast du gut geschlafen ?

Ich hoffe, du konntest diese Nacht gut schlafen.
Dich nicht zu stören
rang ich sehr mit mir.
Nicht auszusprechen,
wie ich dich vermisse.
Wie deine Stimme,
dein Lächeln
und deine Nähe,
deine Lust.
Und unser beider Stunden (nicht nur im Bett).
Mit dir mal schick ausgehen.
Mit dir das schöne genießen.
An deiner Seite im Traum versinken
und mit dir auf Wolken tanzen.
Dich ganz nah an mir und um mich herum spüren.
Und eintauchen in deine Welt,
die mir noch immer ein wenig unbekannt.
Die ganze Welt möcht ich umarmen
und wünschte, du wärst sie.
Du wärst hier.
Ich möchte dich.

[2000]

Was zurückblieb

Ich seh' das Kissen,
seh' die Decke,
wo dein Kopf,
dein Körper gelegen hat.

Und meine Hand,
mein Herz
und mein Glück liegt
in Erinnerung darauf.

Ich seh' den Tisch,
seh' die Tasse,
die deine Hand,
deine Lippen berührt hat.

Und mein Frühling,
wie ein Herbst,
liegt schwarz danieder.
Dein letzter Brief darauf.

Ich seh' die Kerze,
fühl' den Duft,
der noch immer schwebt
wo sie geleuchtet hat.

Sie ist verloschen,
längst erkaltet.
Der trauernde Docht
als Ehrenwache darauf.

Ich hör die Lieder,
höre die Musik,
die ganz leise
uns gestreichelt hat.

Doch mein Ohr,
wie meine Seele,
hört sie und weiß,
weiß keine Antwort darauf.

[2000]

Picknick

Zwischen großen leeren Räumen
führt die Sehnsucht wie ein Gang,
während wir noch fast blind träumen,
uns bereits zum eins sein lang.

Haben wir uns dann gefunden,
ist's als ob nichts andres war.
Hand in Hand. Minuten, Stunden.
Was als falsch galt, gilt nun wahr.

Ob wir uns am Abend sehen,
ob am Morgen, irgendwann,
soll uns nicht im Wege stehen,
wenn wir werden Frau und Mann.

Tropfen füllen tiefe Gläser,
Messer schneiden Brot entzwei,
Blumen blühen zwischen Gräsern.
Legen wir uns mit hinein.

Wenn im tausendfachen Reigen
sich der Kreis der Kreise schließt,
wenn wir uns einander zeigen,
jeder von uns Lust genießt.

[2000]

Wenn es in den Beinen kribbelt

Die Augen tränen. Doch nur vor Glück
Benetze ich die beiden treuen Kissen.
Vermisse dich, denn du bist nicht mehr da.
Und liebe dich doch um so mehr.

Elektrisiert reißt es mich her
Und hin und her und ach so nah
Fühl' ich mich dir; zu wissen:
Die Zeit bringt uns einander doch zurück.

[2000]

Verwaist mein Bett

Verwaist mein Bett
Ein kleiner Schatten nur
ziert spärlich seine Decken.
In meinen Träumen bin ich ganz bei dir.

Alltages Grau
Am Telefon mein Ohr
führt jedes kleine Necken
von dir uns auf den Weg zur Sinfonie.

Befreite Zeit
Des Wagens Anblick gar
kann sich nicht mehr verstecken
und seine Räder bringen mich zu dir.

Atlantis fast
Entferntsein, keine Spur.
Wie auch am Glück wir lecken
nicht mehr versteckt, denn es ist immer hier.

[2000]

Blütenblätter

Blütenblätter,
im Winde hilflos,
ganz gleich,
wie schön sie sind
und haben doch ihr schönstes Ziel
ihrer Daseins Aufgabe erreicht.

Schönste,
nicht abzubringen dein Weg.
Unerreichbar
für kurze, lange Zeit.
Und doch erfüllst du immer wieder,
für dich, für uns, unser Glück

[2000]

Wartezeit

Wo der Morgen wohnt.
Wenn der Abend thront.
Das gelbe Auto lohnt.
Endlich mein Telefon tont.

Auf jeden Augenblick.
Jenes himmlische Geschick.
Mit jedem Mauseklick.
Auf dein zurück.

Tags bin ich bereit.
Finde schnell Arbeit.
Vergeht die Zeit.
Weit und breit.

Bist du endlich da.
Endlich wieder nah.
Schöner dich nie sah.
Kein Zweifel. Nur ein Ja!

[2000]

Nach Hause

Ich sitz am Steuer meines Wagens
und fahre sinnend durch die Nacht.
Denk zurück an das was gestern,
was die Zeit hat mir gebracht.

Huschend ziehen sie vorüber,
all die Lichter meiner Stadt.
Rot und gelb und weiß und Schatten,
die zu bieten sie mir hat.

Sanft neigt sich die Spur zur Seite,
und ich folge ihrem Weg.
Folge ihr wie meinem Herzen,
das mein neues Herz versteht.

Näher kommen all die andern,
die mir gleich es heimwärts zieht.
Denen auch, vom Tagwerk müde,
Abendlohn und Liebe blüht.

Längst zur Heimat ist geworden,
für mich jedes fremde Haus.
Jedes Stückchen neue Erde,
lieb und teuer; nie mehr raus.

Denk zurück an Kilometer,
die nicht trennten. Es verband
mich mit ihr mein neues Leben
eher und mit ihrem Land.

Sinke ich nun bald in ihre
lieben treuen Arme, wärmend sie
und weich und wirklich endlich,
endlich kenne ich das Wie.

Eine letzte Kurve liegt noch
fahl und dämmernd zwischen ihr ...
Dann steht still nun doch der Wagen,
steh ich endlich an der Tür.

Hundert Tage, tausend Stunden
scheint vergangen seit dem Muß.
Wären es nur Augenblicke,
heißer wäre kaum ein Kuß.

Lippen tonlos, sie verkünden
hierin jenen Schwur aufs neu,
was das Herz erfüllt, die Seele,
jeder Pulzschlag, ewig treu.

[2000]

Finger an einer Hand

Nach getaner Arbeit,
Die so schwer nicht, endlos lang
Eingesunken in Gefühlen,
Warm und naß, im Schaumgesang,
Und dem letzten Griff zur Lampe,
Einen Kuß noch,Steichellust,
Sinken meine Finger gleich mir
An des Morpheus weite Brust.
Doch da ist noch etwas Feuer,
Gier und Drängen in mir drin.
Etwas zieht mich aus dem Schlafe,
Aus der Ruhe, zu dir hin.
Immer wieder kämpft das Wissen,
Kämpft in uns umsonst das Muß.
Kämpft vergebens gegen Riesen,
Gegen einen einz'gen Kuß.
Freien Willen tanzen meine
Finger streichelnd über deinen Leib.
Jeder Schritt von diesem sagt mir,
Sagt mir doch nur immer: Bleib!
Und so bleib ich stets aufs neue,
Ziehen sanft sie ihre Bahn
Und nach einem Schwall von Zügen
Naht was, was wir noch nie sah'n.
Die geschaffen sind und fähig
Selbst zu schaffen, an der Hand,
Haben heute ohne Ahnung
Sich bewiesen; neues Land.
Jenes schönen Landes Breite,
Die bislang nur Phallus sah,
Ist somit gereift und fühlt jetzt
Neues, schönes, lustvoll. Ja!

[2001]

Du und meine Tränen

Du, ich habe lange gewartet.
Du, lange, fast zulange.
Oder?

Du, ich habe Dich dann gefunden.
Du, als ich kaum noch Hoffnung sah und hatte.
Und?

Du, dann überflutete es mich.
Du, im Überschwang der Gefühle.
Ja!?

Du, tausendfach Du!
Du, meine Rose, mein Leben.
Und ich?

Alte Tränen trocknen nur im Gesicht.
Und im Herzen?
Du, bleibe gefeit von meinen Tränen.

Ich liebe Dich so sehr!

[2001]

Zuviel Glück

Tiefe Schwere - weiße Welt
Dunkelheit im Dämmerlicht
Blumen um uns und Sterne
Glücklich in den Armen
Stiller Atem heute und Fragen
Im Glück - Warum?
Warum "warum"?
Alles geben - beide -
Zuviel Glück ?
Schlaflos
Ich bauche deine Nähe
Deine Hände
Dein Lachen
Dich
Und bin doch im Kreis
Zuviel Glück ?

[2001]

Flußfahrt

Von der Saale hellem Strande
zog es mich in ferne Lande,
zog es mich nach Hamburg hin.
Denn nach Liebe steht mein Sinn.

Nach der Trennung vor elf Jahren
mußte ich viel Schmerz erfahren.
Schmerz, aus Einsamkeit entsprungen.
Lang hab ich mit ihm gerungen.

Heute jedoch bin ich frei.
Frei von Leid und Haderei.
Atme tief am Elbestrand,
wo ich meine Liebe fand.

[2001]

Sonnenaufgang

Wieder einmal stehe ich hier
und beobachte den Regen
draußen auf der Straße.
Schwermütig?
Nicht im geringsten.
Denn heute morgen schon
schien die Sonne bereits
wie seit einem halben Jahr
liebevoll ohne Unterlaß
in mein Herz.
Eine neue Sonne
in einer neuen Welt.

[2001]

 

Frivole Weihnacht

Lieber guter Weihnachtsmann -
Schaue brav mich nicht nur an.
Packe deine Rute aus,
denn wir sind allein Zuhaus.

Nach mehr als zwanzig Tagen
mußt du nicht erst fragen.
Drum sei jetzt lieb und nett
und komm zu mir ins Bett.

Dort kannst du mich beschenken,
brauchst nicht ans Herbstlaub denken.
Laß fallen deine Hüllen -
Mußt mir mein Wunsch erfüllen!

[2001]

Bringt mich heimwärts
( Vorversion zu "Bring mich heim, Autobahn" Ö )

Bringt mich heimwärts, Deutschlands Straßen.
Bringt mich ganz schnell zu ihr hin.
Meine Liebe, die verdurstet,
wenn ich nicht bald bei ihr bin.

Viele Tage sind vergangen.
Viele Stunden ohne Sinn.
Nur bei ihr da fühl ich sicher,
fühl ich wirklich, daß ich bin.

[2002]

 

Fliegende Gedanken

Fliegende Gedanken -
Gleich Perlen auf einer Schnur gereiht.

Wohin?

Nicht fort vom Glück,
Denn dort bin ich Zuhause.

Wohin also?

Von einem schönen Gefühl zum anderen.
Schmetterlinge im Sonnenschein.

Nur glücklicher
Weil wissend.
Wissend um die Schönheit
Meiner Liebsten.

Und meiner Liebe.

[2002]

Lust

Wie lüstert's mich
dir heute zu vermelden
wie aufgewühlt
und heiß mein eigner Schoß.
Und wie es drängt,
mein Denken zu verführen
und Phantasie sich Bahn bricht
in das unvermeidlich Los.

Was wir uns sonst
im Banne heimlicher Gefühle
verstohlen scheu
nur flüsternd heiß gesteh'n,
das soll mir heut'
im Lichte Tausender Gestirne
und Aug' und Ohr
als Zeugen nicht vergeh'n.

So seh ich denn
uns beieinander liegen.
Der Kleidung bar,
bis auf der Stiefel weiß.
Aus kühlem Lack und
auch aus weichem Leder,
umhüllen sie uns -
mir und dir wird heiß.

So ausstaffiert
läßt es uns nichtens säumen
und Taten folgen schnell
dem fleischgewordnen Traum.
Mein Kopf versenkt sich tief
im schönsten aller Räume
und gierig pflück' ich leer
des Paradieses ersten Baum.

O, holde Gier,
du kannst dich Himmel nennen.
Und wärs die Hölle gar,
ich nehm' sie gern in Kauf.
Denn so verschmolzen
wie wir beide uns vergnügen,
so nimmt die Lust
am Fleische ihren Lauf.

Wenn du geliebt
zum Gipfel bist erhoben
und schreiend mich ergötzt
dein wollustheißer Zug,
dann schweben wir
umringt von Eros Divisionen,
dann ist es Liebe pur,
ist's Wahrheit ohne Trug.

[2002]

Michaelas Wunsch

Kreise sind es nicht.
Spiralen gleich
durchpflügt dein Leben
Tag für Tag
diesen irdnen Aufenthalt.

Warst von Anfang an
und auch heute
bemüht zu geben
was dir hilft
als Mädchen, Frauengestalt.

Widrigkeiten? Ja!
Oftmals deinen
Schritt auf Wegen
begleiten
im modernen finstren Wald.

Und das Licht, das ferne,
schien dir weise.
Gab dir Segen
für dein Glück,
das heiß und nimmer kalt.

Doch der Regen löschte
viel zu zeitig
das ersehnte Feuer
gnadenlos
ohne Glut, doch mit viel Rauch.

Hinzu kam, bekenne,
daß der Abgrund
dich sah heuer
ohne Mut
und Kraft in des Herzens Bauch.

Dennoch gibt es oft
in der großen
Welt ein Steuer,
das eingreift.
Und ich mein’, du weißt es auch.

Nach so Mancherlei,
schlingerte dein
Schiff. Gemäuer
brach es auf
wie der Zwiebel flieht der Lauch.

Möge nun dein Lenz,
der sich sonnig
zeigt, dir erfühlen:
solche Liebe
gibt es nicht in Büchern nur.

Deshalb greife zu
und halte fest
auf Bett und Stühlen
das Gefühl.
Freudevoller Tod der Uhr.

[2005]

Was soll werden

Ich frag: Was soll nun aus uns werden?

Wie kann das alles nur sein?

Wir sind die glücklichsten auf Erden

Und sind doch irgendwie allein.

 

Wir haben gewirkt und geschaffen,

geplant, gehofft und verlorn.

Mit jedem Tag läßt Zeit sich raffen.

Sehnsuchtsblüten dürfen nicht verdorrn.

 

Im Inneren geht’s immer nach vorne.

Die Tat leider Lügen uns straft.

Ich sitze darauf wie auf ’nem Dorne.

Warum nur? Wie schauderhaft!

 

Ich kämpf in mir wie ein Titane.

Und doch komm ich schwer nur voran.

Es darf nicht sein, was ich erahne,

mein Leben, mein Glück – nur ein Wahn


[2006]

Die Liebe weint

Ich frag: Was soll nun aus uns werden?

Die Liebe weint

Gemeinsam trocknen wir 

ihre säureheißen Tränen

Warum, frag ich,

machen wir es uns nur so schwer?

 

[2007]

Sonett im Park

 

Ich sah sie still auf einer Parkbank sitzen.

Und sag ich still, so mein ich wirklich leise.

Nur mit der Fußspitz zog sie einsam Kreise

so wie die Maler hübsch den Holzschnitt ritzen.

 

Was sollt’ ich tun? Wie können Blitze blitzen?

Nur durch den Unterschied in jener Weise,

daß eine kalte trifft auf eine heiße.

Versuch ich ’s ernsthaft oder doch mit Witzen?

 

Die Arm’ verschränk ich hinter meinem Rücken

und geh flanierend wie ein eitler Gockel

ein wenig auf, ein wenig ab. So grad’ so.

 

Und heimlich über meine Schulter blicken

möchte ich und sehen sie auf dem Sockel,

auf den ich sie gehoben. – Nur ist sie wo?

 

 

[2008]

 An dunkler Pforte

 

Langsam geht der Tag zu Neige.

Stück für Stück bricht ab das Land.

Dort, wo sich des Volkes Freude

nach der Nacht die Sonne fand,

fahren wir in Lavas Gründen

unmerklich dem Ende zu.

Und bedeckt von Aschepfründen

legen wir uns still zur Ruh’.

Wo einst schwarze Wolken fehlten

mangelt Licht in unserer Welt.

Wo wir just die Flüsse zählten,

herrscht jetzt Wüste; Trost entfällt.

 

 

[2008]

 

Du und ich

 

Du bist du -

Ich bin ich -

Aber wir sind wir !

 

[2009]

 

An Maria-Clara

 

Spiel, Tochter mein, auf deiner Klaviatur

erfolgreich ob in Moll, in Dur

zur lauten oder leisen Freude der Menschen weiter auf.

Wirst du auch bald an nahöstlichem Ort

dir deine Zukunft bilden fort

wünsch ich, dein Schicksal hat den von dir wohl ersehnten Lauf.

 

[2010]

 

Auf der Bettkante

 

Es taten auf der Bettkante sitzen

bei mir früher sehr viele Kitzen.

Doch keine fiel rein.

Drum blieb ich allein

mit meinen erotischen Witzen.

[2017]S

Der Eremit

In einem ach so tiefen Wald
lebte ein Mann, der war schon alt.
Er strebte nicht nach hohen Zielen.
Schien auch nach Reichtum nicht zu schielen.
Genoß die Ruhe, Einsamkeit.
Kein Alltagsstreß war weit und breit.
Nahm nur, was er zum Leben brauchte.
Trank selten Wein, nicht daß er rauchte.
Auf vieles war er nie versessen.
War maßvoll auch bei seinem Essen.
Und sollte er mal Lust verspüren,
sah er sich seinen Rucksack schnüren.
Trat aus dem dichten Tann heraus,
unweit dann in ein Freudenhaus.
Doch dennoch wird ihm etwas fehlen.
Man kann beileibe nicht verhehlen,
daß mehr als was ich hier beschreibe,
einst von dem Leben übrigbleibe.
Und das, ihr wißt es ganz genau,
ist eine liebevolle Frau.

 

[2019]S

Auf Pirsch im Jagen 6

An der alten Försterei
Ging ein Jäger einst vorbei.
Sah die Försterin im Haus
Dachte, das nutz ich jetzt aus.

Und er winkte, klopfte laut,
Bis daß sie heraus geschaut.
Nahm sie schnell in seinen Arm.
Ach, was wurde ihr da warm.

Stieg dann, ohne erst zu fragen,
Durch das Fenster. Keine Klagen
Kamen über ihre Lippen.
Freute sich auf ’s heiße Wippen.

Ob im Sitzen oder Liegen.
Wild und wilder sie sich biegen.
Beide gierig, mit ‘nem Schrei
Ehrten sie den Monat Mai.

Noch ein wenig mattes Schweigen.
Hörten selig Himmelsgeigen.
Stolz verließ das Haus der Jäger,
Fühlte sich wie ‘n heißer Feger.

Als er kam Zuhause an −
Hing sein Weib am Förster dran.

 

[2019]S

Verweilen heißt heilen

Hier ist es wieder wunderschön.
Drum werde ich nicht von dir gehn.
Bleibst du auch noch zu deiner Zier
Vielleicht ein Stündchen länger hier,
Dann schlaf ich nicht, genieß die Ruh.
Schau deiner Anmut glücklich zu.
Ergreif, wenn nötig, jede Last
Verteil bedächtig ohne Hast.
Vergesse alles, was mal war.
Einst Bübchen ich, mit vollem Haar
Und unerfahren so grad eben.
Wie es uns allen geht im Leben.
Kein Rat half, wenn es war die Zeit.
Ansonsten Sprüche, weit und breit.
Verständnis galt als nicht vorhanden.
So manche Schritte kein Ziel fanden.
In zwei entwachsenen Gebieten
Schien was zusammen, doch verschieden.
Die Jahre sind zum Glück vorbei.
Als Eines fühlen wir uns zwei.
Denn nichts kann besser Ängste heilen,
als wenn wir beieinander weilen.

[2019]S

Hochzeit

(In 2 Versionen)

Version A
Hoch, so sagt man, sollt ihr leben.
Ohne Reue glücklich schweben.
Chancen nutzend, leicht erbeben.
Hier und heute ‘s Ja-Wort geben.
Zweisam schönste Sache weben.
Einer für den andern streben.
Immerfort die Liebe hegen.
Tief ergriffen, Gläser heben!

Version B
Hoch, so sagt das Sprichwort, sollt ihr leben.
Ohne späte Reue glücklich schweben.
Chance ergriffen, fühlt die Brust erbeben.
Hier und heute ‘s schönste Ja-Wort geben.
Zweisamkeit läßt größte Sache weben.
Einer nun mehr für den andern streben.
Immerfort könnt ihr die Liebe pflegen.
Toastend, auf euch laßt uns Gläser heben!

[2019]S

SEifersucht

Was weiß denn er schon von der großen Liebe,
wenn sie süßsauer sich vor ihm versteckt,
wenn schmachtend bittersüße Seitenhiebe
an seinem Herzen schmerzend saugt und leckt.

Wie kann denn er nur ernsthaft darauf hoffen,
daß sein Gehabe goldne Früchte trägt,
daß für ihn alle Frauenherzen offen,
wenn er an fremden Ehebrücken sägt.

Oder hat er auf völlig offnem Boden
die Saat gesät, wo er zuvor gedüngt.
Beginnt er nun bereits all das zu roden,
weil sich scheinbar die Frucht für ihn verjüngt.

Ist also er nur der große Nutznießer
von anderwärtiger Freizügigkeit,
wie generell so mancher Jahrmarktschießer
in jedes Kraut geht; allzeit stets bereit.

Sah man nicht hier schon oft die roten Schuhe
wie Hohn und Spott und gierig herumstehn.
Dabei befinden sich in jener großen Truhe
genügend beige Treter, um damit zu gehn.

Auch sind die Kleider seltsam wohl geordnet.
Kaum, daß man jüngst was alltagstauglich sah.
Welch Schicksal hat die neue Tracht verordnet.
Was ist es, was vor kurzem hier geschah.

Doch halt, fiel nicht verstärkt in letzten Tagen,
manch Name öfters als man es gewohnt.
Ist’s eine Freundin, wagt man kaum zu fragen,
weil jede Antwort bitterböse lohnt.

Wie soll das Herz in diesen Schattenräumen
den rechten Weg, das traute Heim bebaun,
wenn immerfort, in allen Tagesträumen,
man kann den eignen Sinnen nicht vertraun.

[2019]S

 

SSchwanzgesteuert

Man kann wohl die Herausforderung erkennen,
die jeden Tag auf ihres Freundes Schwanz zu kam.
Wenn er, ohne seine Taten nur zu nennen,
sie still vollzog in ’nem durchwachsenen Terrain.

Hier heißt es nun, den Unterschied zu trennen.
Manchmal kommt’s doch auf jeden Zentimeter an.
Denn wer wünscht sich - man könnte lauthals flennen -
an Baumes Fuß ’nen toten Kapuzinermann?

 

[2020]S

 

 

SLangwährendes Glück

Ich bin seit nunmehr zwanzig Jahren
total verliebt mit Haut und Haaren.
Bin ’s über alle beide Ohren
und fühle mich nicht mehr verloren.

Dies habe ich dir zu verdanken.
Die Lieb erleb ich ohne Schranken
und gebe sie dir gern zurück.
Denn du bist mein vollkomm’nes Glück.

Weicht auch des Körpers Kraft zuweilen
dem Stundenschlag. Die Jahre eilen.
So bleibt die Liebe immer jung;
verleiht dem Herzen steten Schwung.

Drum werden auch in Rentnertagen
wir immerfort das Ja-Wort sagen
und fühlen ohne Unterlaß,
die Zweisamkeit macht Riesenspaß.

 

[2020]S

SGeburtstagsgruß

Hat dir das Virus auch das Jahr verbaut
und Schmerzen wühlten unter deiner Haut,
so wünsch ich dir doch für das nächste Jahr
viel Glück, Erfolg und Sonnenschein sogar,
damit du alles Schöne recht genießen kannst
und nicht erneut das Lebensglück verfranzt.

Möge dir jeder Herzenswunsch gelingen.
Sowohl in großen als auch kleinen Dingen.
Und geht auch wirklich einmal was daneben,
wünsch ich dir Einsicht, denn so ist das eben.
Denn wie du weißt, hat jede Schattenbreite
eine besonders helle Sonnenseite.

Die deine teil mitnichten erst zum Schluß.
Gib deinem lieben Partner einen Kuß,
weil er sich um dein Wohlsein stets bemüht
und Liebe nur in Partnerschaft erblüht,
wenn’s täglich Leben mit dem Auf-und-Ab
uns alle Mann hält permanent auf Trab.

[2020]S

SCarmens Collagen

Die Bilder lassen sich anseh’n
Collagen macht sie wunderschön.
im sonst so tristen Allerlei.
Entnimmt der Welt, was sie ihr gibt.
Fügt zueinander, was gut wiegt
und ist bezüglich Strenge frei.

Nimmt gar fernöstliche Motive.
Ist als ob Buddha sie beriefe,
die Lehren bildlich einzufassen.
Da sind es Gärten, Wiesen, Ranken,
die sich für ’s Anschau’n bunt bedanken,
gleich Krügen, Teller und auch Tassen.

Mitunter geht ’s auf eine Reise,
wenn auch kreuzquer, so doch auch leise,
daß man davon selbst träumen kann.
Selbst das, was andre Künstler schufen,
als sie sich sah’n dazu berufen,
das schlägt sie kunstvoll in den Bann.

Was ist zum Schluß noch auf der Liste?
Was liegt noch drin, tief in der Kiste,
an eindrucksvollen Variationen?
Vielleicht sind es noch andre Farben,
die sonst versteckt im dunklen darben?
Wer weiß? Ich denk, Geduld wird lohnen.

[2020]S

SEin Stein vom Herzen

Welch großer Stein fiel mir vom Herzen,
als mir gewahr ward, wie sie scherzen
konnte mit einem Kätzchen klein.
Was aber brachte jenen Brocken
dazu sich auf mein Herz zu hocken?
Die Bahn war’s diesmal nicht allein.

Das Handy ließ sie achtlos liegen.
Nicht könnte dafür ich sie rügen,
weil gleiches mir schon mal geschah.
Nun aber hat sie warme Nahrung
und unsereins gewann Erfahrung,
daß dies Geschehen nie mehr nah.

Doch letztlich ohne alle Sorgen
werde ich sein erst übermorgen,
wenn sie ist wieder hier zu Haus.
Dann liegen wir uns in den Armen.
Nichts gibt‘s, worüber man könnt barmen.
Und schmecken wird der Abendschmaus.

[2020]S

Vaters Wunsch

Im Tal wohnt Vater nun allein.
Das heißt für ihn manch große Pein,
weil er getrennt jetzt lebt von Ma.
Doch hofft er, das sie sei bald da,
wenn er sie holt zu sich nach Hause.
Dann hat der Kummer erst mal Pause.
Dann können sie gemeinsam wohnen
und glauben, dies wird ihnen lohnen
das Leben, das sie darauf führen,
trotz beiderseitiger Allüren.

Auch ich möcht diesen Glauben nehmen,
doch fürchte ich, die Zeit zu grämen
ist leider nur auf spät verschoben.
Was soll’s, solang das Glück ist oben.

[2020]S

Letzter Gruß

Laßt Blumen blühen, sie zu grüßen
Und Rasen, Moose ihr zu Füssen,
Auf daß ihr anmutiges Wesen
Gepriesen sei in einem fort.
Kommt sie zurück von fremden Wiesen
An einem Tag, geliebt wie diesen,
Verläßt sie nie, wie hier zu lesen,
Den himmlisch, ewiglichen Ort.

[2020]S

Ohne dich

Die Sonne geht am Morgen auf
auch ohne dich und ihren Lauf
vollzieht sie jeden Tag auf ’s neu.
Der Storch bleibt seiner Störchin treu.

Auch ohne dich fällt weiß der Schnee,
der Fisch schwimmt schillernd durch den See.
Die Bäume wachsen in den Himmel;
verlangt die Stute nach dem Schimmel.

Selbst Bienen in den deutschen Fluren
sind ohne dich auf Honigtouren,
wie auch die Blumen selbst erblühen;
sich aus der Puppe Falter mühen.

Das Wasser fließt von seiner Quelle
zum Meer, wenn es hat reich Gefälle,
steigt ohne dich zum Firmament,
wovon es sich als Regen trennt.

Auch Mond und Sterne kreisen weiter,
weit oberhalb der Himmelsleiter
und sicherlich ganz tief im Innern
wird ohne dich das Magma flimmern.

Doch eines weiß ich ganz genau.
Mir wird bei dem Gedanken flau.
Mein Dasein wäre jämmerlich,
wenn ich müßt’ leben ohne dich.

[2020]S

Erotischer Tanz

Wie lange ist das nun schon her?
Das sagen kann ich nimmer mehr.
Im Tanzsaal dort, wo es geschah,
da war das neue Jahr grad da.

Ein Pärchen tanzte engumschlungen,
was mir zuvor noch nie gelungen.
Doch stand ich bald an Tänzers Rücken
und konnte meine Lippen drücken
auf die der hübschen Tänzerin.
Welch großer Mut in meinem Sinn.

So drehten wir uns alle drei,
als sei da gar nichts groß dabei
und als das Tanzen fand sein Ende,
entschwand ich wieder in die Fremde.

[2021]S

Eins sein

Eins

Mehr als nichts

Und doch weniger als wir



Zu zweit ist mehr als zweimal eins.


[2021]S

Herz als Quartier

Die Liebste mein erbat von mir
ein Stück vom Herzen als Quartier.
Gern gab ich’s hin, weil mir bewußt,
daß ich verweil in ihrer Brust.

So sind wir eins und ganz vertraut,
weil unsre Welt vereint gebaut.
Doch drückt uns mal ein Stückchen Not,
bringen zu zweit wir es ins Lot.


[2021]S