Liebeslyrik

  Inhalt:
  1. Dank den Eltern
  2. Lady First
  3. Du bist mein
  4. Endlich
  5. Mitternächtliche Gedanken
  6. Nun bist du da
  7. Und in der Nacht schweigt nur der Mond
  8. Ruf mich an
  9. Blumen und Kerzen
  10. Lyrische Diana
  11. Am Ende des Tunnels ?
  12. Hast du gut geschlafen ?
  13. Was zurückblieb
  14. Picknick
  15. Wenn es in den Beinen kribbelt
  16. Verwaist mein Bett
  17. Blütenblätter
  18. Wartezeit
  19. Nach Hause
  20. Finger an einer Hand
  21. Du und meine Tränen
  22. Zuviel Glück ?
  23. Flußfahrt
  24. Sonnenaufgang
  25. Frivole Weihnacht
  26. Bringt mich heimwärts
  27. Fliegende Gedanken
  28. Lust
  29. Michaelas Wunsch
  30. Was soll werden
  31. Die Liebe weint
  32. Sonett im Park
  33. An dunkler Pforte
  34. Du und ich
  35. An Maria-Clara
  36. Auf der Bettkante

 

     
 

ê  

 

nicht jugendfrei

   
   
 
ê
 
 
 

 

Dank den Eltern

Geboren in Liebe -

Erzogen in Liebe -

Leben in Liebe -

( Tod in Liebe )

Seid bedankt für das Getane
und für das noch zu Tuende!

[1978]

Lady First

Sie hat Charme und Elan
und hat's mir sehr angetan.
Sie ist schön und kann gut tanzen.
Ist in Ordnung, so im Ganzen.

Auf dem Tanzsaal sah ich sie
und war verliebt wie noch nie.
Doch von meinen heißen Küssen
wollte sie nichts, noch nichts wissen.

Ach, es wäre doch so nett,
wenn ich sie alleine hätt'.
Leider ist seit Montag Schluß,
und das alles ohne Kuß.

[1975]

Du bist mein

Du bist meine Sonne,
die mir jeden Tag erscheint
und mir viel gutes bringt.

Du bist mein Mond,
der mir auf nächtlichen Pfaden leuchtet
und mich sanft in den Schlaf wiegt.

Du bist mein Sternenzelt,
das über mir thront
und meinen Träumen Erfüllung bringt.

Du bist alles was ich hab'.
Du bist mein, und ich
bin dein.

[1979]

Endlich

In finstrer Nacht ein heller Stern,
durchdringt die Einsamkeit aus weiter Fern.

Und strahlt und leuchtet hell und klar
nun auch für uns noch manches Jahr.

Daß für uns steht ein Stamm im Wind,
die gute Zeit nun doch beginnt.

[1981]

Mitternächtliche Gedanken

Vergleichbar du,
für mich,
mit Hellas anmütigenden Göttinnen
und der Kraft
unbändigender Titanen Macht.

Verhaftet dem Schicksal
in dir und deiner Welt.
Verbunden der Liebe
zu dem Liebsten,
was für dich zählt.

Mutig kämpfend,
der Last, die du trägst,
als Tochter der Clara
die Stirn zu zeigst.

Auch bist du so
heut' allein nicht im Land,
so hast du für mich
den festesten Stand.

Und mag es auch schwer
in mir sein und neu,
so will ich mich rufen:
Auf hin zum Kampf!

daß der Weg,
heut' noch dornig und weit
einst führen uns wird;
wir brauchen die Zeit.

[1983]

Nun bist du da

Du, mein Kind -
Zukunft,du -
Freude, all -
Nun bist du da!

Hoffnung wohnt -
Güte lohnt -
Liebe thront -
Nun bist du da!

Hart erkämpft -
Schwer erbracht -
Lang ersehnt -
Nun bist du da!

Hand, die hilft -
Kraft, die gibt -
Herz, das liebt -
Nun bist du da!

Von allen Wundern der Welt ist das menschliche Leben das Wunderbarste.
Wir müssen es bewahren, beschützen und entwickeln!

[1985]

In der Stille der Nacht schweigt nur der Mond

Träume fliegen
zu dir, zu mir, zu uns
Nebel kreisen
Teufel hellen durch den Raum
Schatten überall
wohin du nur siehst
Blut und Vergessen.
Grauen dich umhüllt
und in der Stille der Nacht schweigt nur der Mond

Ängst packen dich
leere Straßen schreien auf
Neonlicht dich schon verhüllt
such dich ganz frei.
Zivilisation der letzten Welt
jagen und hinaus
Gräber fangen uns
im Leben und im Tod
und in der Stille der Nacht schweigt nur der Mond.

Napalm, Kobalt und
Kohlendioxid
Schwefelsäure
Herzversagen en gros
Flucht von der Wiege
in den Sarg.
Renne, eile!
Kommst sonst noch zu spät
und in der Stille der Nacht schweigt nur der Mond.

[1987]

Ruf mich an

Wenn der Tag verrinnt
und die Nacht beginnt,
der Mond und die Sterne
bei dir sind,
dann ruf, ruf mich an!

Wenn nach Tages Müh'n
wir nach Hause zieh'n,
zu Papier hin und zu
Tinte flieh'n,
dann ruf, ruf mich an!

Wenn im Bildschirmlicht
sich die Sehnsucht bricht,
werden Worte Sätze,
zum Gedicht.
Dann ruf, ruf mich an!

Ein noch fernes Land
blüht in deiner Hand.
Sternenglanz suchend, ich
zu dir fand.
Dann ruf, ruf ich dich an!

[1999]

Blumen und Kerzen

O, Kerzen ihr,
wie kalt ist euer Feuer,
vergleichbar nicht
mit meiner Liebe Glut.
Zwar müht ihr euch
durch Dunkelheit zu dringen
gleichwohl der Liebe Band
bedarf nicht euer Blut.

Verzagt, ihr Blumen,
laßt den Duft verrinnen,
die Pracht gilt ganz allein
dem Bienenvolk.
Denn meine Lieb
ist tausendfach noch schöner
und köstlicher der Anblick
meiner einzig Hold'.

[1999]

Lyrische Diana

Du Königin der Jagd
nach schöner Worte
weiblicher Eleganz.
Dem Bächlein frischem Wasser
gleich, das Dürstendem
Erfrischung bringt,
so er sich nur bemüht,
nach Deinem Trunk
zu bücken sich.

[1999]

Am Ende des Tunnels ?

Nach kurzer Dämmerung
das Dunkel kam und mich erfaßte
tiefes Schweigen, Melancholie
jahrein, jahraus im eignem Raum
und Zeit ein Leben lang zerfloß.

Ist's wahr? Kommt da ein Licht?
Gar ist es nur ein Schatten,
ein Echo längst vergess'ner Zeit?

Doch Schritt für Schritt
keimt zaghaft junges Grün
nicht faßbar, dennoch schön und
wahrlich aus der Dunkelheit und
aus der Düsternis verflogener Gefühle
tritt engelsgleich ein Bild hervor
aus nahem Zweig.

Ein Bild, so lieblich zart
und doch so stark, mich aus der
zukunftslosen Straße zu befreien.

Und darf ich es auch nicht berühren,
um nicht zu sterben wie der Motte Leib
am Kerzenbrand, so labt mein Herz
sich doch an seinem Schein,
labt sich an ihrer Hand.

[1999]

Hast du gut geschlafen ?

Ich hoffe, du konntest diese Nacht gut schlafen.
Dich nicht zu stören
rang ich sehr mit mir.
Nicht auszusprechen,
wie ich dich vermisse.
Wie deine Stimme,
dein Lächeln
und deine Nähe,
deine Lust.
Und unser beider Stunden (nicht nur im Bett).
Mit dir mal schick ausgehen.
Mit dir das schöne genießen.
An deiner Seite im Traum versinken
und mit dir auf Wolken tanzen.
Dich ganz nah an mir und um mich herum spüren.
Und eintauchen in deine Welt,
die mir noch immer ein wenig unbekannt.
Die ganze Welt möcht ich umarmen
und wünschte, du wärst sie.
Du wärst hier.
Ich möchte dich.

[2000]

Was zurückblieb

Ich seh' das Kissen,
seh' die Decke,
wo dein Kopf,
dein Körper gelegen hat.

Und meine Hand,
mein Herz
und mein Glück liegt
in Erinnerung darauf.

Ich seh' den Tisch,
seh' die Tasse,
die deine Hand,
deine Lippen berührt hat.

Und mein Frühling,
wie ein Herbst,
liegt schwarz danieder.
Dein letzter Brief darauf.

Ich seh' die Kerze,
fühl' den Duft,
der noch immer schwebt
wo sie geleuchtet hat.

Sie ist verloschen,
längst erkaltet.
Der trauernde Docht
als Ehrenwache darauf.

Ich hör die Lieder,
höre die Musik,
die ganz leise
uns gestreichelt hat.

Doch mein Ohr,
wie meine Seele,
hört sie und weiß,
weiß keine Antwort darauf.

[2000]

Picknick

Zwischen großen leeren Räumen
führt die Sehnsucht wie ein Gang,
während wir noch fast blind träumen,
uns bereits zum eins sein lang.

Haben wir uns dann gefunden,
ist's als ob nichts andres war.
Hand in Hand. Minuten, Stunden.
Was als falsch galt, gilt nun wahr.

Ob wir uns am Abend sehen,
ob am Morgen, irgendwann,
soll uns nicht im Wege stehen,
wenn wir werden Frau und Mann.

Tropfen füllen tiefe Gläser,
Messer schneiden Brot entzwei,
Blumen blühen zwischen Gräsern.
Legen wir uns mit hinein.

Wenn im tausendfachen Reigen
sich der Kreis der Kreise schließt,
wenn wir uns einander zeigen,
jeder von uns Lust genießt.

[2000]

Wenn es in den Beinen kribbelt

Die Augen tränen. Doch nur vor Glück
Benetze ich die beiden treuen Kissen.
Vermisse dich, denn du bist nicht mehr da.
Und liebe dich doch um so mehr.

Elektrisiert reißt es mich her
Und hin und her und ach so nah
Fühl' ich mich dir; zu wissen:
Die Zeit bringt uns einander doch zurück.

[2000]

Verwaist mein Bett

Verwaist mein Bett
Ein kleiner Schatten nur
ziert spärlich seine Decken.
In meinen Träumen bin ich ganz bei dir.

Alltages Grau
Am Telefon mein Ohr
führt jedes kleine Necken
von dir uns auf den Weg zur Sinfonie.

Befreite Zeit
Des Wagens Anblick gar
kann sich nicht mehr verstecken
und seine Räder bringen mich zu dir.

Atlantis fast
Entferntsein, keine Spur.
Wie auch am Glück wir lecken
nicht mehr versteckt, denn es ist immer hier.

[2000]

Blütenblätter

Blütenblätter,
im Winde hilflos,
ganz gleich,
wie schön sie sind
und haben doch ihr schönstes Ziel
ihrer Daseins Aufgabe erreicht.

Schönste,
nicht abzubringen dein Weg.
Unerreichbar
für kurze, lange Zeit.
Und doch erfüllst du immer wieder,
für dich, für uns, unser Glück

[2000]

Wartezeit

Wo der Morgen wohnt.
Wenn der Abend thront.
Das gelbe Auto lohnt.
Endlich mein Telefon tont.

Auf jeden Augenblick.
Jenes himmlische Geschick.
Mit jedem Mauseklick.
Auf dein zurück.

Tags bin ich bereit.
Finde schnell Arbeit.
Vergeht die Zeit.
Weit und breit.

Bist du endlich da.
Endlich wieder nah.
Schöner dich nie sah.
Kein Zweifel. Nur ein Ja!

[2000]

Nach Hause

Ich sitz am Steuer meines Wagens
und fahre sinnend durch die Nacht.
Denk zurück an das was gestern,
was die Zeit hat mir gebracht.

Huschend ziehen sie vorüber,
all die Lichter meiner Stadt.
Rot und gelb und weiß und Schatten,
die zu bieten sie mir hat.

Sanft neigt sich die Spur zur Seite,
und ich folge ihrem Weg.
Folge ihr wie meinem Herzen,
das mein neues Herz versteht.

Näher kommen all die andern,
die mir gleich es heimwärts zieht.
Denen auch, vom Tagwerk müde,
Abendlohn und Liebe blüht.

Längst zur Heimat ist geworden,
für mich jedes fremde Haus.
Jedes Stückchen neue Erde,
lieb und teuer; nie mehr raus.

Denk zurück an Kilometer,
die nicht trennten. Es verband
mich mit ihr mein neues Leben
eher und mit ihrem Land.

Sinke ich nun bald in ihre
lieben treuen Arme, wärmend sie
und weich und wirklich endlich,
endlich kenne ich das Wie.

Eine letzte Kurve liegt noch
fahl und dämmernd zwischen ihr ...
Dann steht still nun doch der Wagen,
steh ich endlich an der Tür.

Hundert Tage, tausend Stunden
scheint vergangen seit dem Muß.
Wären es nur Augenblicke,
heißer wäre kaum ein Kuß.

Lippen tonlos, sie verkünden
hierin jenen Schwur aufs neu,
was das Herz erfüllt, die Seele,
jeder Pulzschlag, ewig treu.

[2000]

Finger an einer Hand

Nach getaner Arbeit,
Die so schwer nicht, endlos lang
Eingesunken in Gefühlen,
Warm und naß, im Schaumgesang,
Und dem letzten Griff zur Lampe,
Einen Kuß noch,Steichellust,
Sinken meine Finger gleich mir
An des Morpheus weite Brust.
Doch da ist noch etwas Feuer,
Gier und Drängen in mir drin.
Etwas zieht mich aus dem Schlafe,
Aus der Ruhe, zu dir hin.
Immer wieder kämpft das Wissen,
Kämpft in uns umsonst das Muß.
Kämpft vergebens gegen Riesen,
Gegen einen einz'gen Kuß.
Freien Willen tanzen meine
Finger streichelnd über deinen Leib.
Jeder Schritt von diesem sagt mir,
Sagt mir doch nur immer: Bleib!
Und so bleib ich stets aufs neue,
Ziehen sanft sie ihre Bahn
Und nach einem Schwall von Zügen
Naht was, was wir noch nie sah'n.
Die geschaffen sind und fähig
Selbst zu schaffen, an der Hand,
Haben heute ohne Ahnung
Sich bewiesen; neues Land.
Jenes schönen Landes Breite,
Die bislang nur Phallus sah,
Ist somit gereift und fühlt jetzt
Neues, schönes, lustvoll. Ja!

[2001]

Du und meine Tränen

Du, ich habe lange gewartet.
Du, lange, fast zulange.
Oder?

Du, ich habe Dich dann gefunden.
Du, als ich kaum noch Hoffnung sah und hatte.
Und?

Du, dann überflutete es mich.
Du, im Überschwang der Gefühle.
Ja!?

Du, tausendfach Du!
Du, meine Rose, mein Leben.
Und ich?

Alte Tränen trocknen nur im Gesicht.
Und im Herzen?
Du, bleibe gefeit von meinen Tränen.

Ich liebe Dich so sehr!

[2001]

Zuviel Glück

Tiefe Schwere - weiße Welt
Dunkelheit im Dämmerlicht
Blumen um uns und Sterne
Glücklich in den Armen
Stiller Atem heute und Fragen
Im Glück - Warum?
Warum "warum"?
Alles geben - beide -
Zuviel Glück ?
Schlaflos
Ich bauche deine Nähe
Deine Hände
Dein Lachen
Dich
Und bin doch im Kreis
Zuviel Glück ?

[2001]

Flußfahrt

Von der Saale hellem Strande
zog es mich in ferne Lande,
zog es mich nach Hamburg hin.
Denn nach Liebe steht mein Sinn.

Nach der Trennung vor elf Jahren
mußte ich viel Schmerz erfahren.
Schmerz, aus Einsamkeit entsprungen.
Lang hab ich mit ihm gerungen.

Heute jedoch bin ich frei.
Frei von Leid und Haderei.
Atme tief am Elbestrand,
wo ich meine Liebe fand.

[2001]

Sonnenaufgang

Wieder einmal stehe ich hier
und beobachte den Regen
draußen auf der Straße.
Schwermütig?
Nicht im geringsten.
Denn heute morgen schon
schien die Sonne bereits
wie seit einem halben Jahr
liebevoll ohne Unterlaß
in mein Herz.
Eine neue Sonne
in einer neuen Welt.

[2001]

 

Frivole Weihnacht

Lieber guter Weihnachtsmann -
Schaue brav mich nicht nur an.
Packe deine Rute aus,
denn wir sind allein Zuhaus.

Nach mehr als zwanzig Tagen
mußt du nicht erst fragen.
Drum sei jetzt lieb und nett
und komm zu mir ins Bett.

Dort kannst du mich beschenken,
brauchst nicht ans Herbstlaub denken.
Laß fallen deine Hüllen -
Mußt mir mein Wunsch erfüllen!

[2001]

Bringt mich heimwärts
( Vorversion zu "Bring mich heim, Autobahn" Ö )

Bringt mich heimwärts, Deutschlands Straßen.
Bringt mich ganz schnell zu ihr hin.
Meine Liebe, die verdurstet,
wenn ich nicht bald bei ihr bin.

Viele Tage sind vergangen.
Viele Stunden ohne Sinn.
Nur bei ihr da fühl ich sicher,
fühl ich wirklich, daß ich bin.

[2002]

 

Fliegende Gedanken

Fliegende Gedanken -
Gleich Perlen auf einer Schnur gereiht.

Wohin?

Nicht fort vom Glück,
Denn dort bin ich Zuhause.

Wohin also?

Von einem schönen Gefühl zum anderen.
Schmetterlinge im Sonnenschein.

Nur glücklicher
Weil wissend.
Wissend um die Schönheit
Meiner Liebsten.

Und meiner Liebe.

[2002]

Lust

Wie lüstert's mich
dir heute zu vermelden
wie aufgewühlt
und heiß mein eigner Schoß.
Und wie es drängt,
mein Denken zu verführen
und Phantasie sich Bahn bricht
in das unvermeidlich Los.

Was wir uns sonst
im Banne heimlicher Gefühle
verstohlen scheu
nur flüsternd heiß gesteh'n,
das soll mir heut'
im Lichte Tausender Gestirne
und Aug' und Ohr
als Zeugen nicht vergeh'n.

So seh ich denn
uns beieinander liegen.
Der Kleidung bar,
bis auf der Stiefel weiß.
Aus kühlem Lack und
auch aus weichem Leder,
umhüllen sie uns -
mir und dir wird heiß.

So ausstaffiert
läßt es uns nichtens säumen
und Taten folgen schnell
dem fleischgewordnen Traum.
Mein Kopf versenkt sich tief
im schönsten aller Räume
und gierig pflück' ich leer
des Paradieses ersten Baum.

O, holde Gier,
du kannst dich Himmel nennen.
Und wärs die Hölle gar,
ich nehm' sie gern in Kauf.
Denn so verschmolzen
wie wir beide uns vergnügen,
so nimmt die Lust
am Fleische ihren Lauf.

Wenn du geliebt
zum Gipfel bist erhoben
und schreiend mich ergötzt
dein wollustheißer Zug,
dann schweben wir
umringt von Eros Divisionen,
dann ist es Liebe pur,
ist's Wahrheit ohne Trug.

[2002]

Michaelas Wunsch

Kreise sind es nicht.
Spiralen gleich
durchpflügt dein Leben
Tag für Tag
diesen irdnen Aufenthalt.

Warst von Anfang an
und auch heute
bemüht zu geben
was dir hilft
als Mädchen, Frauengestalt.

Widrigkeiten? Ja!
Oftmals deinen
Schritt auf Wegen
begleiten
im modernen finstren Wald.

Und das Licht, das ferne,
schien dir weise.
Gab dir Segen
für dein Glück,
das heiß und nimmer kalt.

Doch der Regen löschte
viel zu zeitig
das ersehnte Feuer
gnadenlos
ohne Glut, doch mit viel Rauch.

Hinzu kam, bekenne,
daß der Abgrund
dich sah heuer
ohne Mut
und Kraft in des Herzens Bauch.

Dennoch gibt es oft
in der großen
Welt ein Steuer,
das eingreift.
Und ich mein’, du weißt es auch.

Nach so Mancherlei,
schlingerte dein
Schiff. Gemäuer
brach es auf
wie der Zwiebel flieht der Lauch.

Möge nun dein Lenz,
der sich sonnig
zeigt, dir erfühlen:
solche Liebe
gibt es nicht in Büchern nur.

Deshalb greife zu
und halte fest
auf Bett und Stühlen
das Gefühl.
Freudevoller Tod der Uhr.

[2005]

Was soll werden

Ich frag: Was soll nun aus uns werden?

Wie kann das alles nur sein?

Wir sind die glücklichsten auf Erden

Und sind doch irgendwie allein.

 

Wir haben gewirkt und geschaffen,

geplant, gehofft und verlorn.

Mit jedem Tag läßt Zeit sich raffen.

Sehnsuchtsblüten dürfen nicht verdorrn.

 

Im Inneren geht’s immer nach vorne.

Die Tat leider Lügen uns straft.

Ich sitze darauf wie auf ’nem Dorne.

Warum nur? Wie schauderhaft!

 

Ich kämpf in mir wie ein Titane.

Und doch komm ich schwer nur voran.

Es darf nicht sein, was ich erahne,

mein Leben, mein Glück – nur ein Wahn


[2006]

Die Liebe weint

Ich frag: Was soll nun aus uns werden?

Die Liebe weint

Gemeinsam trocknen wir 

ihre säureheißen Tränen

Warum, frag ich,

machen wir es uns nur so schwer?

 

[2007]

Sonett im Park

 

Ich sah sie still auf einer Parkbank sitzen.

Und sag ich still, so mein ich wirklich leise.

Nur mit der Fußspitz zog sie einsam Kreise

so wie die Maler hübsch den Holzschnitt ritzen.

 

Was sollt’ ich tun? Wie können Blitze blitzen?

Nur durch den Unterschied in jener Weise,

daß eine kalte trifft auf eine heiße.

Versuch ich ’s ernsthaft oder doch mit Witzen?

 

Die Arm’ verschränk ich hinter meinem Rücken

und geh flanierend wie ein eitler Gockel

ein wenig auf, ein wenig ab. So grad’ so.

 

Und heimlich über meine Schulter blicken

möchte ich und sehen sie auf dem Sockel,

auf den ich sie gehoben. – Nur ist sie wo?

 

 

[2008]

 An dunkler Pforte

 

Langsam geht der Tag zu Neige.

Stück für Stück bricht ab das Land.

Dort, wo sich des Volkes Freude

nach der Nacht die Sonne fand,

fahren wir in Lavas Gründen

unmerklich dem Ende zu.

Und bedeckt von Aschepfründen

legen wir uns still zur Ruh’.

Wo einst schwarze Wolken fehlten

mangelt Licht in unserer Welt.

Wo wir just die Flüsse zählten,

herrscht jetzt Wüste; Trost entfällt.

 

 

[2008]

 

Du und ich

 

Du bist du -

Ich bin ich -

Aber wir sind wir !

 

[2009]

 

An Maria-Clara

 

Spiel, Tochter mein, auf deiner Klaviatur

erfolgreich ob in Moll, in Dur

zur lauten oder leisen Freude der Menschen weiter auf.

Wirst du auch bald an nahöstlichem Ort

dir deine Zukunft bilden fort

wünsch ich, dein Schicksal hat den von dir wohl ersehnten Lauf.

 

[2010]

 

Auf der Bettkante

 

Es taten auf der Bettkante sitzen

bei mir früher sehr viele Kitzen.

Doch keine fiel rein.

Drum blieb ich allein

mit meinen erotischen Witzen.

 

[2017]S

 

 

 

S